Photovoltaik: Woran Sie beim Thema Steuern denken sollten

Keine Einkommensteuer für „Hobby“

Wenn Sie mit Ihrer Photovoltaikanlage steuerlich und langfristig Gewinne erwirtschaften, müssen Sie diese versteuern. Bei neuen Photovoltaikanlagen auf privaten Wohngebäuden besteht jedoch in der Regel keine solche „Gewinnabsicht“ mehr. Ohne diese Gewinnerzielungsabsicht geht die Finanzverwaltung „Hobby“ nach. Dies lässt sich durch eine grobe Rentabilitätsprognose belegen. Unabhängig von dieser steuerlichen Überlegung kann sich die PV-Anlage dennoch für Sie lohnen, wenn Sie sich auf die Einsparungen beim privaten Strombezug konzentrieren.

Bei Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von bis zu 10 Kilowatt an privaten Gebäuden erkennt das Finanzamt mittlerweile auch ohne Rentabilitätsprognose „Hobby“ an. Dies ist in einer Verwaltungsanweisung des Bundesministeriums der Finanzen vom 2. Juni 2021 geregelt. Wenn Sie die im BMF-Schreiben genannten Voraussetzungen erfüllen, genügt eine formloser Antrag beim Finanzamtdamit Sie die Einkünfte aus der Photovoltaikanlage nicht in Ihrer Einkommensteuererklärung angeben müssen. Sie müssen dann keine Einkommensüberschussrechnung (EÜR) mehr erstellen. Dadurch können Sie jedoch keine Kosten steuerlich geltend machen.

Diesen Antrag können Sie wegen fehlender Gewinnerzielungsabsicht nicht nur für eine neue Anlage, sondern auch für Anlagen stellen, die seit 2004 in Betrieb sind. Wenn Sie bereits Steuererklärungen für die Photovoltaikanlage abgegeben und Verluste steuerlich geltend gemacht haben , sollten Sie prüfen, ob die Vereinfachungsregel zu Steuernachzahlungen führt: Der Antrag gilt auch rückwirkend für noch offene Steuerjahre, für die der Steuerbescheid noch geändert werden kann.

Bei Anlagen mit einer Leistung von mehr als 10 Kilowatt ist der BMF-Brief zudem eine praktische Argumentationshilfe, damit das Finanzamt „Hobby“ erkennt. Diese Option hat keinen Einfluss auf die umsatzsteuerliche Behandlung des Systems. Sie haben weiterhin die Wahl zwischen Umsatzsteuerpflicht oder Kleinunternehmerregelung.

Gewinnabsicht: Steuerpflicht und eventuelle Sonderabschreibung

Wenn Sie Ihre Photovoltaikanlage mit Gewinnerzielungsabsicht betreiben, haben Sie Steuerfreiheit. Durch Vorziehen von Abschreibungsbeträgen können Sie dann Steuern sparen und so Ihr steuerpflichtiges Einkommen mindern. Durch diese Sonderabschreibungsmöglichkeiten entstehen zunächst steuersparende Verluste, später aber Gewinne, die zu höheren Steuern führen können. Ob sich das für Sie persönlich lohnt, sollten Sie von einem Steuerberater prüfen lassen. Unter Ihrer Rentabilitätsprognose sollte jedoch ein Gewinn liegen. In diesem Fall müssen Sie auf die Vereinfachungsregel für Anlagen bis 10 kW verzichten.

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