Ihre Rechte im Supermarkt: 11 Fakten für den Einkauf

1. Welcher Preis gilt: Der auf der Ware oder der von der Kasse angegebene?

Es mag viele überraschen, aber: Es gilt der an der Kasse angezeigte Preis. Auch wenn im Regal ein anderer Preis stand, kann der Supermarkt an der Kasse noch mehr verlangen.

Eine typische Situation ist, dass Sie nach dem Einkaufen, vielleicht auf dem Parkplatz oder im Auto, den Kassenbon noch einmal durchgehen und feststellen, dass Sie für ein Produkt mehr bezahlt haben, als auf dem Preisschild im Regal steht. Dann wieder auf den Markt gehen und nach dem ausgewiesenen Preis fragen, das Supermarktpersonal muss da nicht reingehen und kann zäh sein.

Der Hintergrund ist folgender: Der Kauf findet an der Kasse statt – und dort findet (aus rechtlicher Sicht) zunächst die Preisvereinbarung statt. Die Auskünfte im Supermarkt sind hingegen unverbindlich. In einem guten Supermarkt können Sie die eingescannten Preise daher ganz einfach überprüfen – zum Beispiel indem Sie diese auf einem großen Display anzeigen, sobald die Kassiererin die Ware über die Kasse zieht. Wenn Sie hingegen beim Einkauf die Preise an der Kasse nicht überprüfen können, tun Sie dies spätestens nach dem Bezahlen und schauen Sie sich den Kassenbon im Supermarkt an.

Wenn man nichts sagt, bezahlt und die Ware aus dem Supermarkt mitnimmt, wird es rechtlich deutlich schwieriger – und man ist stärker auf Kulanz aus dem Supermarkt angewiesen.

Sollte an der Kasse ein anderer Preis festgestellt werden, sind Sie selbstverständlich nicht verpflichtet, das Produkt zum geänderten Preis zu kaufen. Achten Sie also beim Scannen darauf, welche Preise auf der Kassenanzeige erscheinen. Wenn Ihnen etwas seltsam vorkommt, sprechen Sie sofort.

Im Supermarkt gilt der Preis an der Kasse
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2. Wann muss ich die Quittung prüfen?

Schon beim Scannen der Ware an der Kasse sollten Sie vorsichtig sein und eventuelle Unstimmigkeiten direkt ansprechen.

Überprüfen Sie dann so schnell wie möglich die Quittung. Wenn Ihnen nach dem Verlassen des Supermarkts Fehler auffallen, werden Sie Schwierigkeiten haben, diese nachzuweisen. Zum Beispiel, dass Sie nur zwei Joghurtbecher gekauft haben und nicht drei Joghurtbecher, wie auf dem Kassenbon vermerkt.

3. Muss ich für Waren bezahlen, die im Supermarkt herunterfallen und kaputt gehen?

Sie müssen für Produkte bezahlen, die Sie im Supermarkt zerstören oder beschädigen. Allerdings darf der Supermarkt nur so viel bezahlen, wie die Ware beim Kauf gekostet hat. Das ist in der Regel weniger als der Preis, der mit der Ware verbunden ist. Auch sollten Sie sich wehren, wenn Sie den Schaden nicht verschuldet haben – weil zum Beispiel Waren wackelig gestapelt wurden.

Wenn Ihr Kind im Supermarkt Produkte zerstört oder beschädigt, haften Sie nur, wenn Sie Ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Das kann aus rechtlicher Sicht eine schwierige Frage sein. Einfluss haben unter anderem das Alter des Kindes und die Frage, ob man hätte vorhersehen müssen, dass es etwas im Supermarkt macht. Je jünger das Kind ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Schaden an Ihnen haften bleibt.

Wenn Ihr Kind 7 Jahre oder älter ist, ist es auch möglich, dass es bereits selbst für den Schaden haftet. Die Haftung von Kindern zwischen 7 und 18 Jahren richtet sich nach der individuellen, geistigen Entwicklung der Minderjährigen. Man spricht von der sogenannten „Einsichtsfähigkeit“. Ab 18 Jahren haften Jugendliche vollumfänglich für verursachte Schäden. Eltern haften für ihre Kinder nur, wenn diese ihre Aufsichtspflicht verletzt haben.

Aber kleine Dinge, wie ein weggeworfener Joghurtbecher, sind es vielleicht nicht wert, mit dem Supermarkt zu streiten.

Bei größeren Beträgen sollten Sie sich anwaltlich beraten lassen, zum Beispiel bei der Verbraucherzentrale. Es ist auch möglich, dass Ihre Haftpflichtversicherung einspringt und den Schaden übernimmt. Ob die Versicherung zahlt oder nicht, kann auch vom Alter des Kindes und vom Einzelfall abhängen. Die private Haftpflichtversicherung ist in jedem Fall eine Versicherung, die unserer Meinung nach jeder abschließen sollte.

4. Kann ich Ware, die mir nicht gefällt, später zurücksenden?

Wenn die Ware an sich ist: Nein, denn beim Kauf im stationären Handel besteht kein gesetzliches Widerrufsrecht.

Wenn Sie Waren etc. umtauschen möchten, kann der Supermarkt dies natürlich aus Kulanz akzeptieren.

Ein Sonderfall ist, wenn Sie beim Kauf einen Termin mit dem Markt vereinbart haben – zum Beispiel, dass Sie ein Kleidungsstück zu Hause anprobieren und im Zweifelsfall wieder mitbringen können. In einigen Supermärkten gibt es auch Hinweise, dass Waren innerhalb einer bestimmten Frist freiwillig zurückgenommen werden. Wenn Sie etwas vereinbart haben oder gab es einen solchen Hinweis, können Sie sich natürlich darauf berufen.

5. Was ist, wenn ich erst zu Hause erfahre, dass das Essen schlecht geworden ist?

Selbstverständlich haben Sie ein Recht auf fehlerfreie, dh auch unverdorbene Lebensmittel. Wenn Sie dies jedoch zu Hause erfahren, wird es Ihnen schwer fallen, dem Supermarkt nachzuweisen, dass die verdorbenen Lebensmittel genau das sind, was auf dem Kassenbon steht und dass Sie es dort gekauft haben.

Auf jeden Fall sollten Sie die Quittung aufbewahren, damit Sie zumindest nachweisen können, dass Sie ein solches Lebensmittel im Supermarkt gekauft haben.

6. Wo und wie lange kann ich eine Einzahlung einlösen?

Wenn Sie die Kaution hinterlegen, muss Ihnen der Supermarkt den Betrag auszahlen. Dies gilt jedoch nur für die Filiale, in der Sie die Anzahlung erhalten haben.

Einzahlungsgutscheine können innerhalb von drei Jahren nach Ablauf des Jahres, in dem Sie sie erhalten haben, eingelöst werden. Wenn Sie beispielsweise am 3. März 2017 eine Anzahlung erhalten haben, ist diese bis zum 31. Dezember 2020 gültig.

7. Darf ich Lebensmittel im Supermarkt anfassen, um beispielsweise die Qualität zu überprüfen?

Lebensmittel im Supermarkt dürfen Sie anfassen, solange sie abwaschbar sind (zB Äpfel, Paprika etc.). Bei Backwaren ist dies jedoch beispielsweise aus hygienischen Gründen nicht möglich.

Selbstverständlich dürfen Sie weder die Lebensmittel noch deren Verpackung beschädigen.

8. Kann ich schon im Supermarkt essen oder trinken?

Bevor der Kaufvertrag an der Kasse zustande kommt, gehören die Lebensmittel noch dem Supermarkt. Daher darf man sie aus rechtlicher Sicht eigentlich nicht konsumieren.

Für viele Supermärkte ist es jedoch in Ordnung, wenn Sie zur Bezahlung die leere Verpackung an der Kasse vorzeigen. Im Zweifel vorher fragen!

9. Was sind „haushaltsübliche Mengen“?

Mit dem Hinweis, dass Waren nur in „haushaltsüblichen Mengen“ verkauft werden, sollen sogenannte Hamsterkäufe verhindert werden, bei denen einzelne Kunden große Mengen eines Produkts kaufen. Dies ist jedoch kein klar definierter Begriff. Wir halten zum Beispiel 5 Packungen Butter oder 100 Orangen für „alltäglich“. Es kommt auf den Einzelfall an.

In keinem Fall bedeutet der Begriff „haushaltsübliche Menge“ automatisch „ein Exemplar“.

10. Wie lange muss Ware aus Angebotsprospekten vorrätig sein?

Nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb müssen Waren des täglichen Bedarfs aus einem Prospekt für einen „angemessenen Zeitraum“ vorrätig sein. Auch das ist Auslegungssache. In der Regel können Sie jedoch mit mindestens zwei Tagen rechnen.

Der Hinweis „solange der Vorrat reicht“ bedeutet nicht, dass weniger Ware als für zwei Tage verfügbar sein darf. Der Supermarkt muss noch eine ausreichende Menge bereitstellen.

Bei einem schnelleren Nachschub als nach zwei Tagen muss der Supermarkt beweisen, dass dies auf besondere Ereignisse zurückzuführen ist.

Bei verderblichen Lebensmitteln kann die Frist kürzer als zwei Tage sein.

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