IGeL: Ihre Rechte als Patient

Information ja – Werbung nein

Individuelle Gesundheitsleistungen gehen über das medizinisch Notwendige hinaus und müssen privat bezahlt werden. Vieles ist im IGeL-Markt nicht ausreichend reguliert. So gibt es beispielsweise keine unabhängige Stelle, die die Qualität und Angemessenheit der IGeL-Dienste kontrolliert. IGeL kann weitgehend ohne Kontrolle angeboten und durchgeführt werden.

Dagegen ist der Umgang mit IGeL zwischen Arzt und Patient sehr klar geregelt. Die Grundlagen finden sich in den Musterberufsordnungen, in der Gebührenordnung für Ärzte und in den gesetzlichen Paragraphen zur medizinischen Ausbildung. Auch hierfür hat die Bundesärztekammer Regeln aufgestellt:

Die Informationen über IGeL müssen sachlich sein. Schreien und werbliche Werbung ist nicht gestattet. Es darf keine kommerzielle Leistung sein (Beispiel: ein rein kosmetisches Angebot, das allen Patienten in der Praxis gleich geboten wird).

Patienten dürfen nicht in ein IGeL gedrängt werden. Das heißt: Sie müssen ernsthaft beraten werden, Sie dürfen nicht verunsichert, verängstigt, unter Druck gesetzt oder mit falschen Erfolgserwartungen gelockt werden. Besteht eine alternative Behandlung, die von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt wird, muss der Patient hierüber informiert werden. Und die Leistungen der Krankenversicherung dürfen nicht pauschal schlecht geredet werden.

Das Praxispersonal kann sachliche Auskünfte über das angebotene IGeL geben. Die eigentliche Aufklärung muss immer vom Arzt persönlich erfolgen.

Jeder Patient hat das Recht auf eine angemessene Bedenkzeit. Jeder kann eine ärztliche Zweitmeinung einholen oder bei der Krankenkasse nachfragen, ob die IGeL-Leistung bezahlt werden darf.

Die Zustimmung zu einem IGeL darf keine Voraussetzung für eine medizinisch notwendige Behandlung sein. Generell dürfen Ärzte Vertrauen, Unwissenheit, Leichtgläubigkeit oder Hilflosigkeit von Patienten nicht ausnutzen.

Regeln für unerkannte Heilmethoden

Ist der wissenschaftliche Nutzen einer Leistung nicht nachgewiesen, müssen Ärzte darauf hinweisen. Bei einer nicht anerkannten Heilmethode müssen Ärzte besondere Gründe angeben, was für diese Methode sprechen kann, aber auch auf Behandlungsalternativen hinweisen. Das höchste Entscheidungsgremium im deutschen Gesundheitssystem ist der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA). Er kann für diagnostische oder therapeutische Verfahren ein wissenschaftliches Gutachten in Auftrag geben und dann entscheiden, ob das Verfahren eine Leistung der Krankenkasse wird. Handelt es sich um einen Sachverhalt, den der Gemeinsame Bundesausschuss ausdrücklich als Krankenversicherungsleistung ausgeschlossen hat, müssen Ärzte ausdrücklich darauf hinweisen.

Finanzielle Bildung

Ärzte sind verpflichtet, Patienten mit gesetzlicher Krankenversicherung zu informieren, wenn die gesetzliche Krankenversicherung die Behandlungskosten nicht übernimmt. Hierzu ist ein schriftlicher Kostenvoranschlag erforderlich, der möglichst genau über die zu erwartenden Kosten informiert. Der Patient muss der Behandlung auf eigene Kosten schriftlich zustimmen. Wichtig ist ein schriftlicher Behandlungsvertrag, in dem die Leistungen und die Steigerungsrate aufgeführt sind. Eine Pauschalabrechnung ist nicht zulässig. Der Arzt ist auch verpflichtet, eine Rechnung für die private Leistung an den Patienten auszustellen.

Wenden Sie sich vor der Nutzung eines IGeL an Ihre Krankenkasse. So können Sie überprüfen, ob die Kasse die Kosten wirklich nicht deckt. Sobald Sie die Rechnung bezahlt haben, erstattet die Kasse diese Kosten nicht mehr.

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