Hilfe bei der Pflege zu Hause: Leistungen der Pflegekasse kombinieren

Kaum jemand kann bei der Pflege eines geliebten Menschen alles selbst machen. Wenn Sie bestimmte Aufgaben nicht mehr bewältigen können oder eine Auszeit für sich selbst benötigen, können Sie bei der Pflegekasse verschiedene Leistungen beantragen und miteinander kombinieren. Beispiele für typische Situationen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Pflege zu Hause ist eine schwere Belastung für die Angehörigen. Wer monate- oder gar jahrelang arbeitet, braucht Freizeit und Raum für sich.
  • Manche Dinge funktionieren vielleicht einfach nicht mehr, wie zum Beispiel körperlich schwierige Aufgaben.
  • Sie können bei den Pflegekassen verschiedene Leistungen beantragen und erhalten Unterstützung bei der Pflege zu Hause.

Die meisten Pflegebedürftigen werden zu Hause von Angehörigen gepflegt. Dies bedeutet oft eine hohe Belastung – auch weil viele Angehörige glauben, dass ihre Rund-um-die-Uhr-Pflege zu Hause die einzige Alternative zur stationären Pflege der Angehörigen im Heim ist. Manche, die sich selbst um alles kümmern, damit die pflegebedürftigen Angehörigen zu Hause bleiben, reiben sich dabei auf.

Es gibt eine ganze Reihe von Ressourcen, die Sie beantragen und nutzen können, um die Situation für alle zu erleichtern. Neben dem Pflegegeld bietet die gesetzliche Pflegeversicherung eine Reihe von Leistungen, mit denen sich pflegende Angehörige erheblich entlasten können. Das sind zum Beispiel

Sie können die Dienste auch miteinander kombinieren.

An einigen Beispielen zeigen wir, wie Sie mit solchen Hilfsmitteln die häusliche Pflege ergänzen können:

Beispiel 1: Pflegegeld und Pflege durch den ambulanten Pflegedienst

Herr Müller hat Pflegestufe 3. Bisher hat sich seine Frau komplett um die Pflege gekümmert. Die Pflegekasse zahlte Herrn Müller monatlich 545 Euro Pflegegeld.

Jetzt kann Frau Müller ihrem Mann nicht mehr beim Duschen helfen. Deshalb kommt 3x die Woche ein Pflegedienst. Die Mitarbeiter des Pflegedienstes helfen Herrn Müller beim An- und Ausziehen, Duschen, Kämmen und Rasieren. Dafür berechnet der Pflegedienst monatlich 389,40 Euro. Der Pflegedienst rechnet diese Sachleistungen direkt mit der Pflegekasse ab.

In der Pflegestufe 3 würde die Pflegekasse für solche Sachleistungen maximal 1298 Euro monatlich übernehmen. Da Herr Müller diesen Betrag nicht voll ausschöpft, kann er weiterhin Pflegegeld beziehen. Das Pflegegeld wird gekürzt. Und zwar genau auf den Anteil, der von der maximal möglichen Sacheinlage verwendet wird. Es kommt auf den Prozentsatz an, nicht auf den Betrag in Euro.

Herr Müller erhält Sachleistungen in Höhe von 389,40 Euro im Monat. Er verwendet 30 Prozent des Höchstbetrags von 1298 Euro. Das Pflegegeld wird daher um 30 Prozent gekürzt. Statt bisher 545 Euro erhält Herr Müller künftig Pflegegeld in Höhe von 381,50 Euro.


In einem solchen Fall verzichten Sie auf einen Teil des Pflegegeldes, erhalten aber Sachleistungen, die Sie bei Tätigkeiten zu Hause unterstützen, die Sie nicht mehr selbst erledigen können.


Beispiel 2: Ergänzende Entlastungsleistungen

Bei Herrn Müller wird Demenz diagnostiziert. Die Tochter erkundigt sich bei der Pflegekasse nach Möglichkeiten, die Mutter zu entlasten. Dort erhält sie Informationen über Hilfsdienste und einen Gesprächskreis für Menschen mit Demenz. Einmal in der Woche geht Herr Müller nun in den Gesprächskreis.

Frau Müller zahlt die Rechnung von 94 Euro im Monat und reicht sie dann bei der Pflegeversicherung ein. Der Fonds übernimmt die Kosten aus dem Entlastungsbetrag. Pflegebedürftige haben Anspruch auf zusätzlich 125 Euro im Monat.

Dieser Entlastungsbetrag ist zweckgebunden. Es wird nicht pauschal ausgezahlt. Stattdessen reichen Pflegebedürftige die Rechnungen bei der Pflegekasse ein. Für anerkannte Hilfs- und Hilfsleistungen werden Rechnungen erstattet.

Wird der Entlastungsbetrag nicht oder nicht vollständig in Anspruch genommen, kann gespart werden. Das geht höchstens bis Mitte des Folgejahres. Auf diese Weise können auch einmalige höhere Ausgaben über den Entlastungsbetrag finanziert werden.


Im Beispiel wird der Pflegebedürftige durch Hilfsdienste im Umgang mit der Krankheit unterstützt. Als pflegende Angehörige können Sie die Zeit für sich nutzen und neue Energie tanken.


Beispiel 3: Entlastungsleistungen aufstocken – Umwandlungsanspruch

Der Entlastungsbetrag von 125 Euro (siehe auch Beispiel 2) kann erhöht werden: Dies ist möglich, wenn Sie die Höchstbeträge für Pflege-Sachleistungen, also die Leistungen der Pflegekasse für professionelle Pflegeleistungen, nicht voll ausschöpfen. Den Rest können Sie dann auch für Pflege- und Hilfsdienste verwenden. Dies wird auch als Wandlungsrecht bezeichnet.

Aber es gibt eine Obergrenze. Auf diese Weise können maximal 40 Prozent des Höchstbetrags für Pflege-Sachleistungen der jeweiligen Pflegestufe umgerechnet werden.

Herr Müller mit Pflegestufe 3 könnte bis zu 40 Prozent von 1298 Euro, also maximal 519,20 Euro, für weitere Pflegeleistungen verwenden, zB für die stundenweise Betreuung, wenn Frau Müller sich mit ihren Freundinnen trifft. Macht Herr Müller von dieser Umwandlungsmöglichkeit Gebrauch, wird das Pflegegeld dann gekürzt.


So können Sie als pflegender Angehöriger trotz der stressigen Situation zu Hause deutlich länger frei haben und sich Freiräume schaffen. Dies ist besonders hilfreich, wenn Sie die meisten Pflegetätigkeiten körperlich bewältigen, die psychische Belastung aber hoch ist. Dann wandeln Sie die Sachleistungen in höhere Entlastungsleistungen um.


Beispiel 4: Pflegegeld, Pflege durch ambulanten Pflegedienst und Tages- oder Nachtpflege

Die Krankheit von Herrn Müller dauert an. Gemeinsam mit Herrn Müller beschließt die Familie deshalb, tagsüber zweimal pro Woche eine Kindertagesstätte zu nutzen. Die Teilnahme an der Diskussionsgruppe endet. Die Mitarbeiter der Kita holen Herrn Müller an diesen beiden Tagen zu Hause ab. In der Einrichtung nimmt er an einer Gesangsgruppe teil, isst dort zu Mittag und wird nachmittags wieder nach Hause gefahren.

Für die Kinderbetreuung berechnet die Einrichtung monatlich 588 Euro. Diesen Betrag übernimmt die Pflegeversicherung in voller Höhe. Bei Pflegestufe 3 würde die Pflegeversicherung maximal 1298 Euro abdecken. Darüber hinaus zahlt Herr Müller einen monatlichen Beitrag von 177 Euro für Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten. Für diese Zuzahlung verwendet Herr Müller den Entlastungsbetrag von 125 Euro monatlich.

Der Besuch in der Kita hat Nein Auswirkungen auf Pflegegeld und Pflegesachleistungen.


Mit steigendem Wartungsaufwand ist oft der Punkt erreicht, an dem Sie mehr Unterstützung benötigen. Das heißt aber nicht, dass Sie sich zwischen Pflege zu Hause und Pflege zu Hause entscheiden müssen. Kombinieren Sie die entsprechenden Mittel miteinander, um einen kleinen oder gar keinen Eigenbeitrag zu bewältigen. Lassen Sie sich im Zweifelsfall beraten, zum Beispiel in einem Pflegezentrum. Eine Übersicht der Einrichtungen in Ihrer Nähe finden Sie Hier.


Beispiel 5: Pflegegeld, Pflege durch ambulanten Pflegedienst und Kurzzeitpflege

Frau Müller kümmert sich seit vielen Jahren um ihren Mann und braucht dringend Ruhe. Sie möchte eine Auszeit nehmen und mit einer Freundin reisen. Damit ihr Mann in dieser Zeit gut versorgt ist, hat sie für ihn einen Kurzzeitpflegeplatz in einer nahegelegenen Pflegeeinrichtung organisiert.

Die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt die pflegebedingten Kosten in der Pflegeeinrichtung in Höhe von 840 Euro. Die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten in Höhe von 1000 Euro muss Herr Müller selbst tragen. Für die Zeit der Kurzzeitpflege wird die Hälfte des Pflegegeldes weitergezahlt.
Die Pflegeversicherung deckt die Kurzzeitpflege für maximal 8 Wochen im Jahr und maximal 1612 Euro ab. Dieser Betrag kann verdoppelt werden, wenn der im Kalenderjahr noch nicht ausgeschöpfte Betrag zur Vorsorge verwendet wird.


Wer einen Angehörigen über einen längeren Zeitraum betreut, braucht auch eine Auszeit! Scheuen Sie sich nicht, über eine Kurzzeitpflege in einer Einrichtung nachzudenken. Es kann sein, dass Sie einen Teil der Kosten selbst tragen müssen (wie im Beispiel oben) – aber das ist immer besser für alle Beteiligten, als sich in der Pflege komplett auszulöschen.

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