Fertigpackungen: Eichämter können Untergewicht beanstanden

Gesetzliche Vorschriften lassen gewisse Abweichungen in der Füllmenge zu. Dies gilt beispielsweise für Schokolade und Müsli ebenso wie für verpacktes Obst und Fleisch. Dies ist ein häufiges Ärgernis der Verbraucher.

Zum Ärger der Verbraucher wird bei vorverpackten Lebensmitteln häufig Untergewicht festgestellt. Eichämter können Unterfüllungen, die über die gesetzlich tolerierten Abweichungen hinausgehen, beanstanden. Dies kann sowohl Packungen mit unterschiedlicher als auch mit gleicher Nennfüllmenge betreffen.
Produkte mit unterschiedlichen Nennfüllmengen sind beispielsweise verpackte Käsestücke unterschiedlicher Größe an der SB-Theke.
Produkte mit gleicher Nennfüllmenge finden sich beispielsweise in Schokoriegeln, Milchkartons, Joghurtbechern oder anderen vorverpackten Artikeln.
Dass es immer wieder zu Unterfüllungen kommt, zeigt einmal mehr, dass die Hersteller es beim Füllen oft nicht so ernst nehmen. Unsere Tipps helfen Ihnen, beim Einkaufen nicht weniger zu bezahlen, als auf der Verpackung steht:

  • Was das Gesetz sagt: Die Nennfüllmenge muss der Hersteller auf einer Fertigpackung angeben – so ist sie vorgeschrieben. Dies bedeutet, dass er dem Kunden mitteilen muss, welche Menge des Produkts in der Packung enthalten sein soll, wenn es von der Produktion in den Handel gelangt und nicht in Anwesenheit des Kunden abgefüllt wurde. Die Füllmenge hingegen ist die Menge, die tatsächlich in der Fertigpackung enthalten ist. Übrigens: Die Kunden müssen klar und einfach ablesen können, wie viel sich im Paket befindet – nach Gewicht, Volumen, Länge, Fläche oder Stückzahl.
  • Geringfügige Abweichungen erlaubt: Der Hersteller darf die durchschnittliche Füllmenge – innerhalb einer Charge – bei Produkten mit gleicher Nennfüllmenge nicht unterschreiten. Minusabweichungen bei einzelnen Packungen sind innerhalb gewisser Toleranzgrenzen erlaubt: So darf beispielsweise eine 100 Gramm Tafel Schokolade 4,5 Gramm leichter sein. Eine 500-Gramm-Packung Müsli braucht 485 Gramm, damit es nicht untergewichtig ist. Würde das Müsli ohne Verpackung nur 470 g wiegen, wäre die Packung nicht mehr verkehrsfähig und könnte in dieser Form nicht mehr verkauft werden.
  • Ungleiche Nennfüllmenge: Da beispielsweise nicht jedes Käsestück oder jede Wurstscheibe gleich groß ist, können diese Produkte grammgenau gewogen und verpackt werden: Das jeweilige Gewicht bestimmt den Preis. Derartige Fertigpackungen wurden dennoch in Abwesenheit des Kunden abgewogen, beispielsweise in einen vollständigen oder teilweisen Umschlag oder eine offene Packung. Auch Fertigpackungen mit ungleichen Nennfüllmengen unterliegen entsprechenden Vorschriften und dürfen keine Unterfüllungen über vorgegebene Grenzen hinaus aufweisen.
  • Obst in Schalen: Für Schalen und Körbe mit Obst oder Gemüse wie Spargel, die durch ein Band oder einen Draht zusammengehalten werden, gilt das gleiche Nenngewicht wie für vorverpackte Artikel: Hier müssen Händler sich an Durchschnittswerte halten und bei der Produktion die Toleranzgrenzen beachten. Schalen mit 500 Gramm Erdbeeren müssen beispielsweise beim Befüllen durchschnittlich 500 Gramm der süßen Frucht enthalten.
  • Wiegen von Verpackungen verboten: Das Verkaufspersonal an den Servicetheken darf das Verpackungsmaterial beim Wiegen von Käse, Frischfleisch, Aufschnitt oder Feinkostsalaten nicht wiegen oder berechnen. Beim Einkaufen sollte man darauf achten, dass beim Wiegen die sogenannte Tarataste (für Verpackungsgewicht) gedrückt wird. Machen Sie im Zweifelsfall das Verkaufspersonal darauf aufmerksam! Wenn Sie das Gefühl haben, nicht ernst genommen zu werden oder Verpackungsmaterial häufiger gewogen wird, sollte das Eichamt informiert werden.
  • Beschweren und beschweren: Damit die Verbraucher auf die Richtigkeit der Angabe der Nennfüllmenge auf der Verpackung vertrauen können, überwachen die Eichbehörden die Abfüllbetriebe. Sie sind verantwortlich für Reklamationen, z. B. über unzureichend gefüllte Fertigpackungen oder das Wiegen von Verpackungsmaterialien. Bestätigt sich der Verdacht, kann die Eichbehörde den Unternehmer überprüfen und entsprechende Maßnahmen einleiten. Hier finden Sie die Adressen der Eichbehörden.

Nachfrage der Verbraucherzentrale

Anstelle des bisherigen undurchsichtigen Durchschnittswertprinzips sollte das sogenannte Mindestmengenprinzip eingeführt werden, das besagt, dass jede Packung mindestens das enthalten muss, was darauf steht. Mit dieser leicht verständlichen Regelung wäre der ständige Ärger der Verbraucher auf einen Schlag vom Tisch und die Eichbehörden könnten viel schneller und einfacher prüfen. Zudem soll es Herstellern von Fertigpackungen dank hochentwickelter Technik und ausgeklügelter Abfüllanlagen nun möglich sein, ihre Produkte mit geringen Schwankungen abzufüllen.

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