Die Pflege-Wohngemeinschaft: Eine Alternative zum Heim

Das Alter allein in den eigenen vier Wänden oder im Eigenheim zu verbringen, kommt für viele Menschen nicht in Frage. Als neue Wohn- und Pflegeform haben sich sogenannte Pflegewohngemeinschaften entwickelt. Wir beschreiben, was zu beachten ist und was die Pflegeversicherung zahlt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Es gibt anbieterorganisierte und selbstorganisierte Pflegewohngemeinschaften. Die Organisationsform einer Pflegegemeinschaft sowie die Vertragsgestaltung bestimmen, welche Gesetze anzuwenden sind.
  • Für das Wohnen in einer Pflegeheimgemeinschaft müssen mehrere Verträge abgeschlossen werden.
  • Unter bestimmten Voraussetzungen zahlt die Pflegekasse eine monatliche Pauschale von 214 Euro.
  • Pflegebedürftige, die eine Pflegewohnung einrichten oder teilnehmen, erhalten unter bestimmten Voraussetzungen einmalig 2500 € pro Person aus der Pflegekasse.
  • Muss die Wohnung umgebaut werden, um sie den Bedürfnissen der Bewohner anzupassen, zahlt die Pflegekasse unter bestimmten Voraussetzungen einen Zuschuss von 4.000 Euro pro Person. Der Fonds zahlt maximal 16.000 Euro pro Pflegeheimgemeinschaft.

Was ist eine Pflegeheimgemeinschaft?

Mehrere, zum Teil pflegebedürftige Menschen leben in einer Pflegewohngemeinschaft zusammen. Jeder Bewohner hat sein eigenes Zimmer, das er nach eigenen Wünschen und Vorstellungen einrichten kann. Es gibt auch Gemeinschaftsräume wie eine Küche und ein Wohnzimmer, die von allen Bewohnern genutzt werden können.

Ältere pflegebedürftige Menschen leben nicht allein und können durch die gemeinsame Nutzung von Pflege- und Unterstützungsangeboten den Alltag besser bewältigen. Dazu beauftragen sie gemeinsam eine Person, die organisatorische, administrative oder aufsichtsrechtliche Tätigkeiten übernimmt und den Haushalt unterstützt. Diese Person wird Präsenzkraft genannt.

Anbieter organisierte Pflegewohngemeinschaften

Pflegegemeinschaften werden vielerorts von Trägern von Pflege- und Pflegediensten sowie von Kommunen, Bürgervereinen oder Einzelpersonen gegründet und geführt. Dieses Modell zeichnet sich dadurch aus, dass der Träger der Pflegewohngemeinschaft Entscheidungen und Maßnahmen in verschiedenen Angelegenheiten selbst trifft. Er entscheidet beispielsweise, wer in die WG einzieht und wie die WGs gestaltet sind.

Für vom Anbieter organisierte Wohngemeinschaften gelten neben den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) auch die besonderen Bestimmungen des jeweiligen Bundeslandes. Das bedeutet, dass der Betreiber der jeweiligen Pflegewohngemeinschaft beispielsweise die Anforderungen an das Personal und die Wohnqualität, aber auch die Mitwirkungs- und Mitbestimmungsrechte der Bewohner beachten muss. Der Home Supervisor überwacht und prüft, ob der Betreiber die gesetzlichen Vorgaben des jeweiligen Landes tatsächlich einhält.

Unter bestimmten Voraussetzungen gelten zusätzlich die bundesstaatlichen Regelungen nach dem Wohnungs- und Pflegevertragsgesetz (WBVG).

Selbstorganisierte Pflegewohngemeinschaften

Wenn Bewohner oder deren Angehörige eine von ihnen selbstbestimmt organisierte und geführte Wohngemeinschaft einrichten, spricht man von einer sogenannten selbstorganisierten Wohngemeinschaft. Die Bewohner bzw. deren Angehörige regeln alle Fragen rund um die WG selbst. Sie entscheiden beispielsweise, wer in die WG einzieht oder wie der Alltag organisiert ist. Daher eignet sich diese Wohnform besonders für Personen, die Angehörige haben, die ihre Interessen vertreten können, wenn der Bewohner dies nicht selbst tun kann.

In einer selbst organisierten Wohngemeinschaft gelten ausschließlich die Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Die Heimbetreuerin ist hier nicht zuständig und kann daher bei Fragen oder Beschwerden zu einer Pflegegemeinschaft nicht tätig werden.

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