Checkliste für seriöse Anbieter

Online bestellte Schlankheitsprodukte sind aufgrund ihrer Inhaltsstoffe oft ein großes Gesundheitsrisiko. Im Zweifelsfall, auch Ihrem Geldbeutel zuliebe, vom Kauf absehen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Verbraucherzentrale rät davon ab, angebliche Schlankheitsmittel über das Internet zu bestellen und unkontrolliert einzunehmen – wegen möglicher Unverträglichkeiten und nicht deklarierter Schadstoffe.
  • Grundsätzlich ist es für eine nachhaltige Gewichtsreduktion unabdingbar, Ihre Ess- und Lebensgewohnheiten zu ändern. Es gibt keine magische Kugel.

Was steckt hinter der Schlankheitswerbung?

Vielen Übergewichtigen dauert die Umstellung auf gesündere Ess- und Lebensgewohnheiten zu lange. Wenn Anbieter mit schnellen Erfolgen für ihre Schlankheitspillen und -pulver werben, klingt das sehr verlockend. Aber Vorsicht ist geboten: Wenn Anbieter „4 kg pro Woche“ oder noch größeren Erfolg versprechen, ist das nicht nur unrealistisch, sondern auch gesetzlich verboten. Auch die oft zitierten Erfahrungsberichte vermeintlich glücklicher Anwender sowie die Erfolgsversprechen vermeintlicher Ärzte, Apotheker oder Professoren sind als äußerst fragwürdig anzusehen. Die Bilder zeigen oft Fotomodelle.

Was sind „gefährliche Schlankheitsprodukte“?

Als Schlankmacher werden Mittel verkauft, die ohne Anstrengung und in kurzer Zeit Pfunde verlieren sollen. Sie werden oft verharmlost und fälschlicherweise als „rein pflanzlich“ oder „100% natürlich“ beworben. Regelmäßige Untersuchungen von Aufsichtsbehörden in Deutschland zeigen jedoch: Im Internet gekaufte Präparate aus unsicheren Quellen enthalten oft nicht deklarierte gesundheitsgefährdende Inhaltsstoffe. Deshalb ist ein Großteil der dort angebotenen Schlankheitsmittel in Deutschland nicht verkehrsfähig, darf also hierzulande nicht verkauft werden.

Welche Inhaltsstoffe sind in Schlankheitsprodukten enthalten?

Neben harmlosen, aber auch (eher) unwirksamen Inhaltsstoffen wie Guarana-, Grüntee-, Mate- oder Süßholzextrakt, Sibutramin, das wegen seiner Nebenwirkungen vom Markt genommen wurde, aber auch krebserregendes Phenolphthalein oder Fluoxetin, eigentlich ein verschreibungspflichtiges Mittel bei Depressionen, finden sich häufig in Internetprodukten. Ob es bereits einen entsprechenden Warnhinweis für Ihr Produkt gibt, erfahren Sie hier hier recherchieren.

Checkliste Zutaten:

  • Gibt es eine Zutatenliste, zum Beispiel eine Übersicht aller Zutaten, sortiert nach Menge, inklusive Prozentangaben der besonders beworbenen Zutaten? Sind die Allergene besonders hervorgehoben?
  • Bekommt man diese Zutaten auch in einer Apotheke an ihrem Wohnort oder sind sie in Deutschland wegen ihrer Gefährlichkeit nur verschreibungspflichtig oder sogar verboten?
  • Sind die vermeintlich Wirkstoffe inklusive Mengenangaben genau benannt oder werden sie im Text nur mit vielen Blüten beschrieben?
  • Wenn Sie nicht weiterkommen, fragen Sie Ihren Apotheker oder schreiben Sie uns.

Worauf sollte ich bei der Verwendung von Schlankheitsprodukten achten?

Checkliste für Angebote aus dem Internet:

  • Gibt es ein Impressum mit echter Postanschrift, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Unternehmensart, Verantwortlichen?
  • Sind Name und Anschrift des Anbieters bzw. Herstellers angegeben? Achtung, wenn nur ein Postfach oder eine Auslandsadresse angegeben ist. Bei Rückfragen, Geltendmachung von Geld-zurück-Garantien oder möglichen Gesundheitsschäden ist eine Rückverfolgung meist sehr schwierig.
  • Zudem können Versender im Ausland nicht ohne weiteres für Gesundheitsschäden haftbar gemacht werden.
  • Wegen unerlaubter Inhaltsstoffe versenden Unternehmen die Gelder meist als unauffällige Privatpakete – oft als vermeintliche Geschenke. Schau das Zolldienst drinnen wird die Ware beschlagnahmt. Wer solche Produkte für andere bestellt oder weitergibt, macht sich strafbar.
  • Werden Risiken und Nebenwirkungen erwähnt? „Rein natürlich“, „rein pflanzlich“ oder „seit Jahrhunderten verwendet“ sind kein Sicherheitsbeweis.
  • Gibt es eine genaue Dosierungsempfehlung? Oder ist es sehr vage, zum Beispiel bei „1-2 Kapseln vor jeder Mahlzeit“?
  • Gibt es ein Bild vom Paket? Kapseln in Plastiktüten und Gläser mit bunten Aufklebern ohne klaren, unverwechselbaren Schriftzug in deutscher Sprache oder Blisterpackungen mit fremdsprachiger Deklaration erwecken kein Vertrauen.
  • Bewirbt das Unternehmen sein Produkt als „für jeden geeignet“? Dann sollten Sie dieses Mittel vermeiden. Denn Produkte, die wirken sollen, müssen auf Krankheiten, regelmäßige Medikamenteneinnahme und Körpergewicht abgestimmt sein und dürfen nicht für Schwangere oder Stillende geeignet sein. Es gibt praktisch keine wirksamen Produkte ohne Nebenwirkungen. Hier ist immer eine Risikoabschätzung zwischen möglichem Nutzen und möglichem Schaden erforderlich.

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