Bestrahlung von Lebensmitteln

Welche Lebensmittel werden bestrahlt?

Viele Lebensmittel können bestrahlt werden, um sie zu konservieren, zB Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, Getreide oder Hülsenfrüchte. In Deutschland ist die Bestrahlung von Lebensmitteln grundsätzlich verboten, dies ist im Lebens- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) festgelegt. Die Bestrahlung mit ionisierenden Strahlen (Elektronen-, Gamma- oder Röntgenstrahlen) ist nur für getrocknete aromatische Kräuter und Gewürze erlaubt. Darüber hinaus erlaubt die Lebensmittelbestrahlungsverordnung die Sterilisation von Trinkwasser und Luft durch ultraviolette Strahlen. Eier können auch mit ultravioletten Strahlen behandelt werden, um einen möglichen Salmonellenbefall zu vermeiden.

In anderen EU-Ländern ist die Bestrahlung mit ionisierenden Strahlen für andere Lebensmittel erlaubt. Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch können auch in Tschechien, Italien, Belgien und Polen bestrahlt werden. In Belgien und Tschechien ist die Bestrahlung für alle Gemüsearten und Hülsenfrüchte erlaubt.

Da der freie Warenverkehr innerhalb der Europäischen Union nicht behindert werden darf, müssen Produkte, die im EU-Ausland rechtmäßig in Verkehr gebracht werden, auch in Deutschland zugelassen werden. Dazu kann das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) eine sogenannte Allgemeinverfügung erlassen. Über eine solche Allgemeinverfügung sind in Deutschland derzeit nur gefrorene Froschschenkel, die mit ionisierender Strahlung behandelt wurden, und Invertflüssigzucker, der mit UV-Strahlen behandelt wurde, erlaubt. Die Bestrahlung muss immer gekennzeichnet werden.

Wie erkenne ich, ob ein Lebensmittel bestrahlt wurde?

In der EU müssen bestrahlte Lebensmittel gekennzeichnet werden, damit Verbraucher selbst entscheiden können, ob sie bestrahlte Lebensmittel kaufen möchten. Bio-Lebensmittel dürfen nicht bestrahlt werden. Auch wenn ein Lebensmittel nur sehr geringe Mengen bestrahlter Zutaten enthält, müssen diese in der Zutatenliste mit der Bezeichnung dieser Zutat mit der Angabe „bestrahlt“ oder „mit ionisierender Strahlung behandelt“ gekennzeichnet sein.

Wird beispielsweise für eine Tiefkühlpizza eine Gewürzmischung mit bestrahltem Pfeffer verwendet, muss dies ebenfalls angegeben werden. Hersteller müssen auch kennzeichnen, wenn ein ganzes Lebensmittel bestrahlt wurde. Auch in Kantinen und Gaststätten müssen Verbraucher durch entsprechende Aushänge oder Hinweise über das Angebot bestrahlter Lebensmittel informiert werden.

Ist die Strahlung gefährlich?

Die Strahlung besteht nicht aus radioaktiven Atomen oder Partikeln. Durch die Bestrahlung wird das Lebensmittel nicht radioaktiv. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die Bestrahlung von Lebensmitteln gesundheitlich unbedenklich. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ist zu dem Schluss gekommen, dass die Bestrahlung von Lebensmitteln eine von vielen Möglichkeiten ist, Krankheitserreger in Lebensmitteln zu reduzieren und damit Lebensmittel mikrobiologisch sicher zu machen. Es sollte immer nur im Rahmen eines umfassenden Hygienekonzepts verwendet werden.

Die durch die Bestrahlung auftretenden Veränderungen des Lebensmittels sind vergleichbar mit Veränderungen, die durch andere Prozesse wie z. B. Wärmebehandlung verursacht werden. In Studien konnten nur bei Katzen gesundheitliche Beeinträchtigungen festgestellt werden, deren Futter mit extrem hohen Dosen bestrahlt wurde. Bei Hunden mit gleichem Futter traten die Störungen nicht auf. Da derzeit in Europa nur sehr wenige Lebensmittel bestrahlt werden, sehen die Experten kein direktes Gesundheitsrisiko für den Menschen.

Wie bei jeder anderen Konservierungsmethode kann die Bestrahlung mit geringen Nährstoff- und Vitaminverlusten verbunden sein. Die Menge an Mineralstoffen wie Magnesium, Calcium oder Eisen wird durch die Strahlung nicht beeinflusst.

Können Sie überprüfen, ob ein Lebensmittel bestrahlt wurde?

Lebensmittelkontrolleure nehmen regelmäßig Proben von Lebensmitteln, um zu überprüfen, ob diese verboten bestrahlt wurden oder ob bestrahlte Lebensmittel entsprechend gekennzeichnet sind. Diese Stichproben werden zufällig ausgewählt. Darüber hinaus werden Hersteller gezielt kontrolliert, die bereits Lebensmittel illegal bestrahlt oder diese in der Vergangenheit nicht korrekt gekennzeichnet haben. Im Jahr 2019 wurden rund 2.600 Proben untersucht. Bei 50 Proben wurde eine Bestrahlung festgestellt, 8 Proben (15 Prozent) wurden zurückgewiesen. Bei fünf Produkten war eine Bestrahlung nicht erlaubt, die anderen drei waren nicht korrekt gekennzeichnet.

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